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Bismarck-Forum -Einladung zur Vortragsveranstaltung
Kykladen – Teil 1

 

Lebenswelten einer frühgriechischen Kultur Seminarkurs des Bismarck Gymnasiums Karlsruhe
in Zusammenarbeit mit dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe

06. Februar 2012, 19:30 Uhr
Aula des Bismarck Gymnasiums

Kykladen
Lebenswelten einer frühgriechischen Kultur
Die Kykladen, kleine Inseln in der Ägäis, werfen seit Jahrhunderten immer wieder neue
Fragen auf. Vor allem die Kultur des 4. und 3. Jahrtausends v.Chr. fasziniert uns bis heute.

Im Rahmen des Seminarkurses „Kykladen - Lebenswelten einer frühgriechischen Kultur“
haben Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 mit Unterstützung des Badischen
Landesmuseums eine Vortragsreihe gestaltet. An zwei Terminen haben Sie die Möglichkeit,
zu ausgewählten Themen interessante Vorträge zu hören.
Themen am 06.02.2012:
- „Siedlungswesen“
- „Produkte der Töpferkunst“
Vorankündigungen Bismarck Forum
Kykladen – Teil 2, 19.03.2012, 19:30 Uhr.
Im zweiten Teil der Vortragsreihe zu den Kykladen befassen sich die Schüler und
Schülerinnen des Seminarkurses mit den Themen:
- „Bestattungsbräuche“
- „Die Bemalung der Idole“
- „Rezeption – Kykladenidole und moderne Kunst“
 
Der tiefe Riss in der Wand PDF  | Drucken |

Der tiefe Riss in der Wand passt ins Konzept

 

Jugendliche befassen sich mit alltäglicher Unfreiheit in der DDR/Bismarck-Gymnasium verlängert Ausstellung bis 19. Januar

Wer den Durchlass im Stacheldrahtzaun passiert, zieht unwillkürlich den Kopf ein, um nicht mit dem Scheitel die quer gespannten Paketschnüre zu streifen. Der Zaun stellt die innerdeutsche Mauer dar, die Schnüre symbolisieren das Netz der Staatssicherheit (Stasi) in der DDR. Nur wenige Lücken lassen Platz für aufrechten Stand. Die Zehntklässler des Bismarck-Gymnasiums provozieren in ihrer Ausstellung „Die Mauer – Eine Grenze durch Deutschland“ Aha-Effekte in der zur Sanierung anstehenden Alten Bibliothek der Schule.
Das Ambiente passt ins Konzept. „Die Frage, wie weit Widerstand gehen kann, thematisieren die Schüler hier an der Wand mit dem tiefsten Riss, der bis ins Fundament reicht“, zeigt Tobias Markowitsch, Museumspädagoge, Lehrer für Geschichte und mit der Kollegin Barbara Held Betreuer des Projekts. Joachim Gauck – einstiger Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde und bei der Wahl des Bundespräsidenten Gegenkandidat Christian Wulffs – hat einen starken Eindruck hinterlassen bei den 55 Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 und 16 Jahren, die wochenlang für die Schau recherchierten, mit Zeitzeugen sprachen und auch das BNN-Archiv durchforsteten. Gauck hatte in der Aula mit Karlsruher Gymnasiasten diskutiert und die Ausstellung besucht (die BNN berichteten). „Bei mir ist besonders hängen geblieben, wie Gauck gemeinsam mit Jugendlichen eine Lösung entwickelte, die ihm offenbart hatten, dass die Stasi sie als Spitzel auf ihn angesetzt hatte“, sagt Stefan Holderbach. „Gauck versucht nicht, sich zu verkaufen oder Gott zu spielen. Er war so menschlich, nicht steif und unnahbar wie Politiker sonst“, erinnert sich Daphne Berumen. Sophia Saile scheint es, als könne sie nach Gaucks Schilderungen einen klaren „Strich ziehen“: auf der einen Seite ihr eigenes Erleben, auf der anderen Seite die Situation Gleichaltriger damals in der DDR. Paul Pommerening beschäftigte sich mit Kirche und Staat in der DDR.
Ein rundes Dutzend Zeitzeugen fanden die jungen Spurensucher, die Mutter einer Schülerin steuerte die eigene Stasi-Akte bei. Der Fluchthelfer Wolfgang Welsch ließ sich stundenlang löchern, der DDR-Oppositionelle und
Mitbegründer des Demokratischen Aufbaus Rainer Eppelmann gab den Gymnasiasten Antworten per Video-Chat. Die Vorstellung, „dass man nicht sagen kann, was man will“, erschreckte Johanna Bamberger beim Gespräch mit ehemaligen politischen Gefangenen mindestens genauso wie die Prügelpraxis in DDR-Haft. Parallel forschte sie zum Thema Opposition im deutschen Westen die Geschichte der Rote Armee Fraktion (RAF): „Da ist ja
viel direkt hier in der Gegend passiert.“ Sprunghaft gewachsen ist seit Gaucks Besuch das Interesse an der außergewöhnlichen Schau zur deutsch-deutschen Geschichte, die50 Jahre nach dem Mauerbau auch mithilfe der Stiftung Aufarbeitung und der Stiftung „Gegen das Vergessen“ enstanden ist. „Eventuell können wir für die große Unterstützung durch die Überlassung der Exponate etwas zurückgeben“, sagt Schulleiter Peter Gilbert.
Die Ausstellungsdauer ist wegen der großen Nachfrage bis Donnerstag, 19. Januar, verlängert. Interessierte Schulklassen und Gruppen müssen sich anmelden. Dies ist nur per E-Mail unter der Adresse Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. möglich.

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UNTERM STASI-NETZ, symbolisiert durch Paketschnur, präsentiert sich der DDR-Teil der von Zehntklässlern erarbeiteten Ausstellung im Bismarck-Gymnasium
(von links: Johanna Bamberger, Paul Pommerening, Schulleiter Peter Gilbert, Daphne Berumen, Stefan Holderbach, Lehrerin Barbara Held). Foto: jodo

 
„Geteilter Osten“ PDF  | Drucken |

„Geteilter Osten“

 

JOACHIM GAUCK in Karlsruhe: Schüler des Bismarck-Gymnasiums begrüßten in einer selbst erarbeiteten
Ausstellung zur DDR-Geschichte den früheren Präsidentschaftskandidaten. Foto: Alàbiso

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Der frühere Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck sieht eine tiefe Spaltung in der Bevölkerung der früheren DDR. „Deutschland ist geteilt, aber weniger in Wessis und Ossis als zwischen Ossis und Ossis“, sagte er in einem Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten während
eines zweitägigen Karlsruhe-Besuchs. Während sich ein Teil der Bevölkerung längst mit den neuen Verhältnissen arrangiert habe, gebe es einen anderen Teil, der weiter im Abseits stehe, sagte er. Wie schon in den Tagen zuvor lehnte es Gauck ab, zur aktuellen Debatte um Christian Wulff Stellung zu nehmen. Gauck, der in der DDR als Pastor arbeitete und sich als Bürgerrechtler einen Namen gemacht hat, fürchtet, dass die Spaltung innerhalb der Bevölkerung noch eine Weile andauern könne. Denn die Prägung durch das kommunistische System sei sehr nachhaltig. Bei einer Lesung im Karlsruher Konzerthaus und einem Besuch im Bismarck-Gymnasium berichtete der Theologe von der heimtückischen Art und Weise, wie Bürger in der DDR manipuliert wurden. „Die schönste Zeit meines Lebens war die Befreiung 1989“, sagte Gauck, der nach der Wende für das Neue Forum in der Volkskammer saß, heute aber parteilos ist. Gauck nannte in Karlsruhe die Forderungen nach einem „Systemwechsel“ reaktionär. Das demokratische System der Bundesrepublik habe eindrucksvoll seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Es garantiere den Menschen größtmögliche Freiheiten. So könnten Bürger aus einfachen Verhältnissen in die höchsten Ämter aufsteigen. In der Gewöhnung gehe „der Glanz dieser Freiheit zuweilen leider verloren“. Gauck besichtigte eine Ausstellung zur DDR-Geschichte, die von Schülern des Bismarck-Gymnasiums erarbeitet und eingerichtet worden ist.
 
„Die Freiheit wird mir immer leuchten“ PDF  | Drucken |

„Die Freiheit wird mir immer leuchten“


Joachim Gauck erzählt packend über die Vergangenheit in der DDR – und schweigt zur Gegenwart

Karlsruhe. Kein Wort. Keine Silbe. Höchstens ein weises Lächeln. Zuweilen folgt auch eine abwehrende Handbewegung. Aber zu Christian Wulff, der Kredit- und Medienaffäre im höchsten Staatsamt, das er um ein Haar heute selbst innehaben könnte, schweigt Joachim Gauck. Und wenn denn ein Fragesteller doch mal zu penetrant wissen will, was er vom Verständnis des amtierenden Präsidenten gegenüber der Pressefreiheit denkt, dann reagiert der Theologe mit seiner Art von Humor: „Ach, meine Erkältung, ich glaube sie ist mir auf die Ohren geschlagen, ich kann gar nichts verstehen …“ Joachim Gauck ist ein amüsanter Mann. Er weiß munter zu erzählen, geistreich zu kommentieren. Aber der 71-Jährige, den SPD und Grüne vor zwei Jahren zum Bundespräsidenten
küren wollten, weiß auch zu schweigen. Wie immer dann, wenn es um Christian Wulff geht. Das hält er seit Wochen so. Und er hält es natürlich auch in Karlsruhe so, wo er jetzt zwei Tage zu Gast war. Vor rund 800 Zuhörern las er im Konzerthaus aus seinem Buch „Winter im Sommer, Frühling im Herbst“. Hörbar von einem bösen Schnupfen geplagt, zog Gauck den Saal dennoch in seinen Bann mit den Berichten aus einem bewegten Leben – etwa von jenem Tag, als sein Vater verschwand. Festgenommen von der Staatssicherheit, verschleppt nach Russland, erst viele Jahre später begnadigt. Von der daraus erwachsenen Distanz der Familie Gauck zum Staat der früheren DDR, zur Rolle in der Opposition. Vor allem aber: Von seiner Erfüllung, jetzt in einem Staat leben
zu können, der die Freiheit seiner Menschen garantiert. Wer nie die andere Seite kennengelernt habe, für den könne die Freiheit schnell an Glanz verlieren, sagt Gauck. Für ihn nicht. „Sie wird mir immer leuchten.“ Manche sprechen später im Foyer aus, was viele in diesen Tagen denken: Er, der Mann aus Rostock, hätte dem Amt des Bundespräsidenten gutgetan. Mit seiner Vergangenheit im Osten und der dort erlebten Sehnsucht nach dem Westen. Mit seinen Elogen auf die Freiheit, die
er mit packenden Bildern anzureichern versteht. Was wäre, wenn Wulff strauchelt? Würde Gauck noch mal als Kandidat parat stehen? „Ja“, sagen die einen, „auf keinen Fall“ genauso beherzt die anderen. Der, um den es geht, signiert derweil seine Bücher. Lächelt freundlich, bleibt unverbindlich, übergeht das Thema. So als wollte er sagen: Schweigt davon, es gibt Wichtigeres als die Tagespolitik.
Das Werben für Demokratie und Freiheit etwa. Und wo kann man das besser tun als in einer Schule? „In 16- bis 18-Jährigen wächst der Wunsch nach einer besseren Gesellschaft“, sagt Gauck, der auch das Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe auf seinem Besuchsprogramm hatte. Dort haben sich Schüler mit großem Eifer der DDR-Geschichte gewidmet und zeigen in den Räumen der Alten Bibliothek eine kleine Ausstellung. Ein Stacheldrahtzaun trennt den Raum, ein Zehntklässler steckt sogar in einer bei Ebay ersteigerten Originaluniform der Nationalen Volksarmee, Poster und Bilder informieren über 40 Jahre deutsch-deutsche Realität – eine Realität, die heute nur noch im Geschichtsbuch stattfindet. „Die Diktatur ist Gott sei Dank weit weg von euch“, sagt Gauck, der zu einer Geschichtsstunde der besonderen Art kommt. Plastisch weiß er zu erzählen, wie die kommunistischen Machthaber die nationalsozialistischen Konzentrationslager in neue Gefängnisse umgewidmet haben.
Auf die Gefahr, dass nicht alle wissen, wer Stalin ist, ist Gauck vorbereitet. „Stalin ist der, der mit Hitler in der Hölle darüber streitet, wer mehr Menschen ermordet hat. Wahrscheinlich war es Stalin, er hatte länger Zeit.“
Auf welch’ subtile Weise die Menschen in der DDR am selbstständigen Denken gehindert wurden, das ist für Gauck ein Kernthema. Die Zulassung zum Abitur, der Studienplatz, die Karriere – alles abhängig von einem gefälligen Leben im Geiste des Kommunismus.

„Wenn die Menschen merken, wir können nichts verändern, dann sinkt der Mut“, sagt der frühere Bürgerrechtler und erzählt, wie er selbst ausloten musste, wie weit er mit seinem Widerstand gehen konnte. Gauck schildert die „Staatsbürger der DDR“ als Menschen mit tief gespaltenem Bewusstsein. Äußerlich angepasst, aber tief drinnen oppositionell. Zuweilen zeigte sich diese Opposition in einer kindlichen Verehrung von allem, was aus dem Westen kam. „Wer am Meer lebte, sammelte Bommerlunder- Flaschen aus dem Treibgut und stellte sie zu Hause in den Keller.“ Gauck berichtet von Krieg und Diktatur, von privatem Glück und politischem Engagement. „Die
schönste Zeit aber war die Befreiung“, sagt er ohne zu zögern. „Am 9. November 1989 kullerten
auch bei mir die Tränen“, sagt er. Jetzt, 22 Jahre danach, ist er es, der mit seinen klaren Bekenntnissen zur „weltgeschichtlich einzigartigen“ Gesellschaftsordnung des Westens manche Bundesbürger rührt. Gaucks Sichtweise macht manchem erst deutlich, in welch’ begünstigter Umgebung er leben darf.


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GESCHICHTSSTUNDE der besonderen Art: Joachim Gauck berichtete gestern im Karlsruher Bismarck-Gymnasium vom Leben in der DDR. Foto: Alàbiso

 
Finissage zur Ausstellung „50 Jahre Mauerbau“ PDF  | Drucken |

„Die Mauer muss weg!“ - Finissage zur Ausstellung „50 Jahre Mauerbau“

am Donnerstag, dem 19.1.12 um 18.30 Uhr

Am 9.11.11 begannen die beiden 10. Klassen das Projekt „50 Jahre Mauerbau“: Zahlreiche Zeitzeugen standen während der vergangenen Wochen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung, stellten sich ihren Fragen oder unterstützten sie mit vielen Originalmaterialen und -gegenständen. Am 9.1.12 eröffneten wir die fertige Ausstellung. Nach der positiven Resonanz, die diese insbesondere durch den Besuch von Joachim Gauck am 10.1.12 erfuhr, musste die Ausstellung aufgrund der Nachfrage noch einmal verlängert werden – was uns sehr freute!
Nun möchten wir das Projekt gemeinsam beschließen und laden alle Interessenten zur Finissage am kommenden Donnerstag ein. Um 17.30 Uhr wird es noch einmal eine letzte Führung für Eltern, Schüler und Freunde der Schule geben, um 18.30 Uhr wird mit einem kleinen Umtrunk die Ausstellung geschlossen.
 
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